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Evangelische Kirchengemeinde Hermeskeil-Züsch

Die Evangelische Kirchengemeinde Hermeskeil-Züsch ist eine Diasporagemeinde im Hochwald in der Nähe von Trier. Ihre Fläche erstreckt sich über die Verbandsgemeinde Hermeskeil und Teile der Verbandsgemeinde Kell am See in Rheinland-Pfalz und die Gemeinde Nonnweiler im Saarland. Im Bereich der Kirchengemeinde leben etwa 2.500 evangelische Christinnen und Christen.

Gottesdienste

November 2017

Gottesdienste können auch einmal vom vorgesehenen Plan abweichen, deswegen auch die wöchentlichen Ankündigungen in den örtlichen Amtsblättern beachten.

 

Gottesdienste in Mariahütte

die Ortsdurchfahrt Nonnweiler ist noch wegen Bauarbeiten gesperrt.

Anfahrt Mariahütte von Hermeskeil aus: Über die Autobahn  A1 - Abfahrt Nonnweiler-Braunshausen nehmen - und dann Richtung Mariahütte fahren.

Religion für Einsteiger

Luthers revolutionäre Einsicht

Als Luther einmal aus Furcht vor der geweihten Hostie fast zusammenbrach, beruhigte ihn sein Beichtvater: Vom Gott der Bibel habe er nichts zu fürchten, er sei über alle Maßen gnädig. Später fand Luther dies beim Bibelstudium bestätigt. Er begann, Gottes Gerechtigkeit als Geschenk zu verstehen. „Da hatte ich das Empfinden, ich sei geradezu von neuem geboren und durch geöffnete Tore in das Paradies selbst eingetreten.“ Begierig nahmen Millionen von Menschen Luthers scheinbar schlichte Erkenntnis auf. Innerhalb weniger Monate geriet das Herrschaftsgefüge in Deutschland ins Wanken.

Im Mittelalter lebten die Menschen eng zusammen, die soziale Kontrolle war groß, eine rigide Morallehre förderte die Neigung zu Schuldgefühlen. Zur Entlastung bot die Kirche Wallfahrten, Stiftungen und Ablässe an. Die wurden mit Luthers Erkenntnis weitgehend überflüssig.

Heutzutage versucht kaum jemand, dem Teufel durch Fasten, Selbstkasteiungen und Gebet beizukommen. Bevölkerungswachstum und technischer Fortschritt haben das Leben unüberschaubarer und anonymer gemacht. An die Stelle religiöser Geschäftigkeit ist innerweltliche Betriebsamkeit getreten, der Kampf, eigenen und fremden Ansprüchen zu genügen. So mühsam sich bei Luther die Erkenntnis des gnädigen Gottes durchsetzte, so mühsam kommt beim modernen Menschen die schlichte Gewissheit an: Du bist geliebt, du musst nichts dafür tun.

Viele Suchtkranke, die dem Griff ihrer Sucht entkommen konnten, bestätigen diese Erfahrung. Aus ihrer Alkohol- oder Drogenabhängigkeit wissen sie, was es bedeutet, Glück herbeizuzwingen und die Angst vor Niederlagen zu betäuben. Und dass sie dem Teufelskreis der Sucht nur entrinnen können, wenn sie ihre Machtlosigkeit anerkennen. Den Mut, sich dem Scherbenhaufen der eigenen Biografie zu stellen, ihn nicht kleinzureden oder zu verdrängen, kann man sich nicht einreden. In der Erfahrung von Ohnmacht kommt er von allein. Dann wird ein Mensch offen dafür, dass es tatsächlich eine Macht gibt, die größer ist als er selbst. Wer diesen Mut spürt, muss nicht länger Erwartungen erfüllen. Er wird frei, einfach nur das Richtige zu tun.

Reformation

Der Reformator liebte Bäume

Luther und das Apfelbäumchen

Viele Legenden ranken sich um Martin Luther und die Bäume. Er liebte sie und erfreute sich an ihnen, so sah er im frischen Grün der ausschlagenden Bäume im Frühling ein Sinnbild für die Auferstehung der Toten. In den Bäumen soll er die göttliche Gnade im irdischen Leben gesehen haben.

„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“, soll Martin Luther einst gesagt haben. Dieser Satz lässt sich ihm aber nicht belegbar nachweisen. Wahrscheinlich wurde dieser Spruch dem Reformator in der schwierigen, zwischen Verzweiflung und Hoffnung schwankenden Situation nach dem Zweiten Weltkrieg in den Mund gelegt, vermutet Volkmar Joestel, Autor des Buches „Legenden um Martin Luther und andere Geschichten aus Wittenberg“.

Im November

Offene Augen wünsche ich dir
für die Lichter,
die nun aus den Fenstern
ins Dunkel fallen.  
Hör nur, wie sie Geschichten erzählen
von Menschen, die immer noch,
immer wieder zu lieben wagen.

Monatsspruch November 2017

Gott ist mitten unter uns

Viel Gutes haben Ezechiel und seine israelitischen Zeitgenossen nicht erlebt, der Tempel ist zerstört, das Volk gespalten in Israel und Juda, die Oberschicht deportiert. Das Vertrauen auf Gott schwindet. Ezechiel hat es nicht leicht, er legt den Finger in die Wunde – Gott kann auch strafen, Gottlosigkeit bleibt nicht ohne Folgen.

Wie sich das doch in der Menschheitsgeschichte wiederholt. Ich denke nur an die Zeit, die dem Herbst 1989 vorausging.

Aber Gott wäre nicht er selbst – ohne Gnade. So kann Ezechiel von dem Geist der Versöhnung reden. Ein wunderschönes Bild wird gezeichnet: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. Gott ist nicht der ferne, unnahbare Gott, er kommt mitten in das Leben.

Stellen Sie sich vor, es klingelt an der Haustür, Gott steht davor und sagt: Hallo Nachbarn, ich wollte nur mal bei euch reinschauen, wie es so geht. Ich kenne das von Hausbesuchen in meiner Dorfpfarrstelle. Anfangs war etwas Unsicherheit da, die gute Stube wurde aufgeschlossen und etwas steif wurde versucht, ins Gespräch zu kommen. Nach mehreren Begegnungen und Wortwechseln fanden die Besuche dann in der gemütlichen Küche statt. Ganz zwanglos redeten wir über Gott und die Welt – und Gott war mitten unter uns.

„Hallo Nachbarn“ – so einem Gott kann ich mein Leben anvertrauen. Hier wird vorweggenommen, was Weihnachten handfest sichtbar wird: Gott ist mitten unter uns. Er hat Anteil an meinem Leben.