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Evangelische Kirchengemeinde Hermeskeil-Züsch

Die Evangelische Kirchengemeinde Hermeskeil-Züsch ist eine Diasporagemeinde im Hochwald in der Nähe von Trier. Ihre Fläche erstreckt sich über die Verbandsgemeinde Hermeskeil und Teile der Verbandsgemeinde Kell am See in Rheinland-Pfalz und die Gemeinde Nonnweiler im Saarland. Im Bereich der Kirchengemeinde leben etwa 2.500 evangelische Christinnen und Christen.

Gottesdienste

Dezember 2019

Gottesdienste können auch einmal vom vorgesehenen Plan abweichen, deswegen auch die wöchentlichen Ankündigungen in den örtlichen Amtsblättern beachten.

 

Advent

Hoffnungsvoll ins neue Jahr

Damals: Ein Gefühl wie mit dem Rücken zur Wand. Denn als ich ein kleiner Junge war, drehten mir Asthma-Anfälle stundenlang die Luft ab. Und ich japste: „Lieber Gott hilf mir, bitte hilf mir doch!“ In der Bibel lese ich von einem verzweifelten Vater, der zu Jesus schreit (Markus 9,17–27). Sein Sohn hat „von Kind auf“ epileptische Anfälle – und keiner kann ihm helfen. Aber doch vielleicht Jesus!? Der sagt zu ihm: „Alle Dinge sind möglich, dem, der da glaubt.“ Da platzt es aus dem Vater heraus: „Ich glaube, ich will es ja glauben, ich sehe doch auch keinen anderen Weg mehr, als dir zu vertrauen, dass du helfen kannst. Lass uns jetzt bitte nicht im Stich!“ Jesus hat den Jungen gesund gemacht, geheilt. Mich auch – nicht zuletzt durch die Hilfe von guten Ärzten.

Der biblische Vater und sein Sohn konnten zunächst nicht weiter sehen als bis zu dem erlebten Elend und zaghaft darüber hinaus glauben. Aber sie haben erfahren, dass es mehr gibt als die Not: Gottes Hilfe. Das haben sie nicht vergessen – und ich auch nicht. Gerade, wenn es eng wird, kann ich mich nach Gottes Hilfe ausstrecken.

Deshalb gehe ich hoffnungsvoll in das Neue Jahr – zum Beispiel mit den Worten von Dietrich Bonhoeffer: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ Ich glaube. Und mit dem Rücken zur Wand: Hilf meinem Unglauben!

Ich kann Gott nicht verbiegen

Ich kenne so viele Arten von Liebe: zum Beispiel Liebe zum Partner, zu den Kindern, Eltern oder Freunden. Dann wären da noch die Heimatliebe und die Selbstliebe. Doch alle Liebesarten sind anders. Und: Ist das Gegenteil von Treue wirklich nur Untreue? Oder kommen da noch Begriffe wie Unzuverlässigkeit, Wankelmut oder Verrat dazu? Zwei Erklärungsversuche:

1. Gott ist (mir) treu kann bedeuten: Gott steht an meiner Seite, er verlässt mich nicht. Treue erweist sich oft auch gerade in der Distanz. Ich bin gewiss, dass nichts mich von der Liebe Gottes trennen kann. Wenn wir einander nah sind, ist treu sein nicht ganz so schwer. Bei räumlicher Trennung, bei unterschiedlichen Ansichten, bei verschiedenen Lebenssituationen ist die hohe Kunst der Treue – nämlich das unbedingte Vertrauen – gefragt.

2. Gott ist (sich selbst) treu kann heißen: Authentizität. Egal wie ich es drehe oder wende, ich kann Gott nicht verbiegen, nicht nach meinen Wünschen, nicht nach Modeströmungen, nicht mit philosophischen Gedankenspielen. Gott ist Gott. Gott sagt über sich selbst: Ich bin, der ich bin – Punkt.

All meine Versuche, Treue zu erklären und zu beschreiben, sind eigentlich müßig, denn es sind menschliche Formen der Treue. Immer gibt es ein Wenn und Aber.

Gott ist treu – da gibt es keine Einschränkungen oder Interpretationen, das gilt – ein für alle Mal – von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Umfrage „Still eine Kerze angezündet.“

Religion für Einsteiger

Volk, Nation und Heimat

Dass ein Volk eine festgefügte Gruppe sei, die ihre Reinheit bewahren und sich vor der Vermischung mit anderen Völkern hüten müsse, dieser Mythos findet sich bereits in der Bibel. Sie erzählt vom Volk Israel, den Nachfahren Abrahams, Isaaks und Jakobs. Das klingt, als hätten alle Juden dieselben Vorfahren. Rassisten und Antisemiten im 19. Jahrhundert nahmen den Mythos von der gemeinsamen Abstammung wörtlich. Für sie war das Volk Israel eine ethnische Einheit mit übereinstimmendem biologischem Erbe und gemeinsamer, unveränderlicher Religion und Kultur.

Ein übles Missverständnis. Wer heute nach Israel fährt, durchschaut es sofort: Es gibt blonde und schwarzhaarige Juden, die einen mit heller, die anderen mit dunkler Hautfarbe, Orientalen, Schwarzafrikaner, weiße Mitteleuropäer. Israel ist eine multikulturelle Gesellschaft, die sich ständig wandelt. Die biblische Erzählung von der gemeinsamen Abstammung ist in Wirklichkeit ein Appell: Alle, die als Juden geboren sind, gehören dazu, so unterschiedlich sie auch aussehen mögen, so vielfältig ihre Kultur sein mag und egal ob sie religiös leben oder nicht. Für Christen erfüllen sich die Verheißungen der Bibel mit Jesus Christus, der seinen Nächsten liebte, zu vergeben bereit war und sich selbst für andere hingab. Wer sich zu ihm bekennt, wird Nachkomme Abrahams. Er oder sie lässt sich taufen, bricht mit anderen das Brot und trinkt mit ihnen aus einem Kelch. In dieser Gemeinschaft sind nationale, soziale und Geschlechtergrenzen aufgehoben.

Für Christen verbindet sich die Heimat nicht mit einer Gegend. „Unsere Heimat ist im Himmel“, schreibt der Apostel Paulus an die Philipper (3,20, Zürcher Bibel), „von dort erwarten wir den Herrn Jesus Christus.“ Erst nach der Wiederkunft Christi, erst wenn alle irdischen Gebrechen überwunden sind, könne sich ein Christ auf der Erde heimisch fühlen. Aber solange Menschen einander nicht wie Geschwister behandeln, bleibt Christen die Welt fremd.

Gustav II. Adolf Vor 425 Jahren geboren: Gustav II. Adolf, König von Schweden

Der „Retter des Glaubens“

Warum trägt das Gustav-Adolf-Werk ausgerechnet den Namen eines kriegerischen schwedischen Königs? Das hängt mit dem Eingriff von Gustav II. Adolf in den Dreißigjährigen Krieg zusammen. Der geschah, als das kaiserlich-katholische Lager schon fast gesiegt hatte und in den eroberten Gebieten die Reformation rückgängig machte.

Im Sommer 1630 landete der evangelische Schwedenkönig mit seiner Armee auf der Insel Usedom und begann einen Feldzug bis nach Bayern. In Flugblättern wurde er als „Retter des Glaubens“ gefeiert, als Friedens- und Freiheitsbringer. Tatsächlich erreichte er durch seine militärischen Erfolge, dass der evangelische Glaube in Deutschland nicht mehr verdrängt werden konnte. Am 16. November 1632 starb er in der Schlacht bei Lützen in der Nähe von Leipzig.

200 Jahre später wurde 1832 in Leipzig ein Verein gegründet, der evangelischen Christen in schwierigen Glaubens- und Lebenslagen helfen wollte. Damals wurde Gustav II. Adolf zum Namenspatron und Vorbild erkoren. Denn ohne ihn hätte es in Mitteleuropa keine Glaubensfreiheit und Glaubensvielfalt mehr gegeben. So wie er vor 200 Jahren den Evangelischen beigestanden hatte, so wollte sich nun auch der neue Verein für bedrängte evangelische Minderheiten einsetzen – ohne Gewalt natürlich, sondern mit Spendengeldern.

Vor 425 Jahren wurde Gustav II. Adolf am 9. Dezember 1594 in Stockholm geboren. Er stammte aus dem schwedischen Königsgeschlecht der Wasa. Bereits als Sechsjähriger begleitete er seinen Vater bei dessen erstem Feldzug, mit gut sechzehn Jahren wurde er König von Schweden. In Zusammenarbeit mit Kanzler Oxenstierna modernisierte er das verarmte Land. Durch sein militärisch-politisches Handeln verschaffte er Schweden eine Vormachtstellung im nördlichen Europa.

Der knallharte Machtpolitiker war zudem von einer tiefen evangelischen Frömmigkeit beseelt. Er berief den Stettiner Hofprediger Jakob Fabricius (1593–1654) zum Feldprediger und persönlichen Beichtvater. Unter dem Eindruck der Schlacht bei Lützen soll Fabricius auf Anregung von Gustav II. Adolf das Lied „Verzage nicht, du Häuflein klein“ (EG 249) geschrieben haben. Jedenfalls verteilte Fabricius am Morgen der entscheidenden Schlacht zum Feldgottesdienst ein Liedblatt mit diesem Text. Später hat man dieses Lied auch den „Schwanengesang Gustav Adolfs“ genannt.

Die letzte Ruhe.

Über Beerdigungen spricht keiner gern.

Dabei gibt es viel zu klären.

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