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Evangelische Kirchengemeinde Hermeskeil-Züsch

Die Evangelische Kirchengemeinde Hermeskeil-Züsch ist eine Diasporagemeinde im Hochwald in der Nähe von Trier. Ihre Fläche erstreckt sich über die Verbandsgemeinde Hermeskeil und Teile der Verbandsgemeinde Kell am See in Rheinland-Pfalz und die Gemeinde Nonnweiler im Saarland. Im Bereich der Kirchengemeinde leben etwa 2.500 evangelische Christinnen und Christen.

Gottesdienste

I. Quartal 2019

Gottesdienste können auch einmal vom vorgesehenen Plan abweichen, deswegen auch die wöchentlichen Ankündigungen in den örtlichen Amtsblättern beachten.

 

Monatsspruch Januar 19

Im Januar

Gott baut uns Brücken

Schillerndes Gelb, Orange und Rot am Himmel, bis hinein ins Violett. Ein Regenbogen. Er hat für viele Menschen etwas Faszinierendes, Bezauberndes. Wenn ich einen sehe, geht mir ein Märchen im Kopf herum. Da ruhen die Enden des Regenbogens in goldenen Schalen. Wer sie findet, darf sich glücklich schätzen.

Gerade bin ich an einem gewittrigen Sommertag mit meinem Sohn unterwegs gewesen. Und schon war er da: Der Bogen, ganz klar und vollständig. „Los, Mami“, sagt mein Großer, „lass uns zum Anfang des Regenbogens fahren, heute finden wir die goldene Schale.“ Habe ich meinen Kindheitstraum so auf ihn übertragen, dass er mit seinen fast 30 Jahren noch nach den goldenen Schalen aus dem Märchen sucht?

Die Bibel erzählt auch eine Geschichte vom Regenbogen. Gott setzt ihn an den Himmel, nachdem die Sintflut vorbei ist. Seitdem ist der Regenbogen ein Zeichen. Er ist wie eine Brücke zwischen Gott und den Menschen. Eine Brücke, die nie mehr zerbrechen soll. Ein Bund, der geschlossen wird, ein für alle Mal. Im 1. Buch Mose verspricht uns Gott: „Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.“

Vielleicht sind die Brücken, die Gott uns baut, der Bund, den er mit uns Menschen schließt, die goldenen Schalen, die Glück und Segen verheißen. Sogar große Kinder halten danach Ausschau. Nicht nur an Sommertagen.

Wofür steht das Kreuz?

Griechen und Juden verstanden von Anfang an nicht, warum der Heiland ausgerechnet ein Gekreuzigter sein soll. Für sie sei das Wort vom Kreuz eine Torheit oder ein Ärgernis, schrieb der Apostel Paulus (1. Korinther 1,23). Kreuzigung – das war ja die grausamste Strafe, die sich die Römer ausgedacht hatten. Solange im Römischen Reich Aufrührer gekreuzigt wurden, kam das Kreuz für Christen als öffentliches Symbol nicht in Betracht. Erst als
Kaiser Konstantin diese Folterstrafe abgeschafft hatte, begannen sie, Kreuze in ihren Kirchen zu zeigen. Sie sollten daran erinnern, welch schrecklichen Tod der Heiland gestorben war.

Das Symbol des Kreuzes war immer an Christen gerichtet, nicht an Fremde oder Eindringlinge. Christen sollen Anteil nehmen am Gefolterten. Sie sollen die Gewalt für falsch halten. Und sie sollen im Kreuz schon die Osterbotschaft erkennen: Der schwache Heiland überwindet alle Bosheit, allen Hass und alle menschliche Sünde. Daran sollten ursprünglich auch die Kruzifixe in bayerischen Amtsstuben und Schulen die Richter, Lehrer und Schüler erinnern: dass Christus mit seinem teuren Blut für alle ihre Sünde vollkommen bezahlt habe. Man mag heute solche Symbole in Klassenzimmern für pädagogisch ungeeignet halten. Aber niemand wollte mit Kruzifixen das christlich-abendländische Territorium markieren und gegen alles Fremde behaupten.

Als christliches Symbol wende sich das Kreuz gegen jede Selbstbezogenheit, sagte der Reformator Martin Luther während einer Disputation in Heidelberg am 26. April vor 500 Jahren. Luther deutete das Kreuz als die radikalste christliche Botschaft überhaupt: Jede noch so gute Tat sei abgrundtief böse, wenn sie aus Eigennutz geschehe – und sei es, dass man ihretwillen in den Himmel kommen wolle. Erst der Glaube, die vollständige Hingabe an den Gekreuzigten, befreie den Christen von seiner Selbstbezogenheit und mache ihn wirklich offen dafür, was sein Nächster braucht. Egal wer er ist. Und woher sie kommt.  

Jahreslosung 2019

Nicht entmutigen lassen!

Lebensglück und Frieden gehören aufs Engste zusammen. Wo dagegen Streit und Unfriede herrschen, blicken wir in wutverzerrte und hasserfüllte Gesichter. In besonders tragischen Fällen sind sogar Gut und Leben bedroht. Deshalb wirbt Psalm 34: „Wer ist‘s, der Leben begehrt und gerne gute Tage hätte?“ Und empfiehlt: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ Dieser Zusammenhang wird übrigens vom neutestamentlichen 1. Petrusbrief (1. Petrus 3,10–11) wortgetreu aufgegriffen. Von zentraler Bedeutung sind die Worte von Jesus: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen“ (Matthäus 5,9).

Trotzdem werden Menschen, die sich für ein friedliches Miteinander einsetzen, von manchen für naiv gehalten und als „Gutmenschen“ beschimpft. Mögen sich diese Lebensklugen nicht entmutigen lassen! Der Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela (1918–2013) sagte: „Niemand wird geboren, um einen anderen Menschen zu hassen. Menschen müssen zu hassen lernen und wenn sie zu hassen lernen können, dann kann ihnen auch gelehrt werden zu lieben, denn Liebe empfindet das menschliche Herz viel natürlicher als ihr Gegenteil.“

Mir leuchten diese Worte ein und ich betrachte mein Leben und meine Beziehungen wie in einem Spiegel: Wo hege ich einen Groll gegen einen Mitmenschen? Was kann ich zur Besserung beitragen? Lebe ich in Unfrieden mit mir selbst? Habe ich Misstrauen gegen Gott? Ich will dem Leben nachjagen!

Die letzte Ruhe.

Über Beerdigungen spricht keiner gern.

Dabei gibt es viel zu klären.

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